Pressemitteilung
Nürnberg, 02.11.2019. Der Deutsche Genderkongress war ein voller Erfolg. Knapp 300 Gäste, darunter Vertreter aus der Politik, der Wissenschaft und den Verbänden, informierten sich am 2.
November auf dem dritten Kongress dieser Art über Geschlechterpolitik, Familienrecht und Gleichberechtigung in Nürnberg.
Während der Veranstaltung demonstrierten Rechtsradikale gegen den Genderkongress auf dem nahegelegenen Hauptmarkt und skandierten „Heimchen an den Herd! Nieder mit dem
Genderkongress!“
Organisiert wurde der Kongress von 15 überregional tätigen Vereinen. Er zeigte Möglichkeiten auf, die bestehende Polarisierung und tradierte Rollenmuster in der vorherrschenden Gleichstellungs-,
Bildungs- und Familienpolitik zugunsten beider Geschlechter zu überwinden. Bisher wurde unter Gender nur Frauenpolitik verstanden - auch zulasten der Vielfalt der Lebenswirklichkeiten von Frauen.
Heute jedoch erleiden primär Männer, Väter und Jungen massive Benachteiligungen in Deutschland. In Workshops wurden Lösungen erarbeitet, wie Männer und Frauen unterstützt werden können, die
Herausforderungen bei ihren vielfältigen Lebensentwürfen gemeinsam zu bewältigen.
Zum Auftakt stellten Vertreter und Mitglieder diverser Bundestagsparteien ihre Programme vor. Anschließend erläuterte der Buchautor Gunnar Kunz vom Alternativlosaquarium den
Genderempathygap.de.
Der Keynote Speaker Dr. Bruno Köhler erläuterte im Vortrag „15 Jahre MANNdat - was fordert die unabhängige, parteiübergreifende Männerbewegung?“ die aktuelle Misere und Einseitigkeit in der
Geschlechterpolitik.
Anschließend zeigte Dr. Beer von den Liberalen Männern die vielfache Diskriminierung von Männern in der Wissenschaft und Hochschullandschaft auf.
Parallel zur Veranstaltung versammelte sich die rechtsgerichtete extremistische Gruppe „Anarchie Nürnberg“ auf dem nahegelegenen Hauptmarkt und erzeugte mit Verleumdungen und Einschüchterungen
ein Klima des Terrors.
Die Populisten zeigten sich mit Gesprächsangeboten von den Teilnehmern des Kongresses sichtlich überfordert. Viel sicherer fühlten sie sich beim Brüllen ihrer Parolen. Sie verteilten billige
Propaganda während auf einem dreckigen Bettlaken ihre rückständige Forderung zu lesen war: „Heimchen an den Herd!“ Das überzeugte die Passanten aber nicht. Viele konnten sich davon nur angewidert
abwenden.
Auf einem Plakat konnte man ihre Botschaft aus Hass und Gewalt lesen: Sie forderten zum Angriff auf und proklamierten „Nieder mit dem Genderkongress!“ Während sich die Rädelsführer im Hintergrund
aufhielten, konnte ihr aufgestacheltes Fußvolk zum Glück die Linien der Polizei nicht durchbrechen. Frustriert wendeten sie sich ab. In ihren ausgezehrten, leeren Gesichtern konnte man ablesen,
was monatelange Gehirnwäsche aus ihnen gemacht hat: Eine tragische, willenlose menschliche Hülle, der demokratische Prinzipien und differenzierte Betrachtungsweisen fremd sind.
Der wissenschaftliche Diskurs des Kongresses verlief jedoch ungestört, weil die Polizei professionelle Arbeit leistete. Universitätsprofessor Dr. Markus Meier stellte im umfangreichen Vortrag
„Plädoyer für eine geschlechtersensible Schulpädagogik“ die Entwicklung der letzten 40 Jahre dar und zeigte Maßnahmen auf, wie geschlechtergerechte Pädogogik angewendet werden könnte. Die
Vienna-Studie stellte Johannes Meiners im Vortrag „Geschichte und Zukunft der Frauen- und Männer-Emanzipation“ vor, bevor Dr. Elmar Diederichs von JungsUndMaedchen.wordpress.com im Vortrag „Haben
Männer reproduktive Rechte?“ zum Thema Zwangsvaterschaft referierte.
Etwas emotional wurde es in der Geschichte „1 Tag Greta, 7 Monate Faisal“ von Dr. med. Faisal Ahmadiar, der den Verlust seiner Kinder beschrieb und eine monatelange Mahnwache vor dem
Bundeskanzleramt abhielt.
Alexander Brosien stellte das Thema Häusliche Gewalt vor und zeigte auf, welche Maßnahmen zur Gewaltprävention sich bei Frauen und Männern eignen.
Neben weiteren Vorträgen gab es noch einen Workshop zur Medienkompetenz. Der renommierte Buchautor Gunnar Kunz zeigte auf, mit welchen Methoden Ideologen heute tricksen.
Schließlich wurden auf einer Pressekonferenz Wahlprüfsteine und ein Forderungskatalog an die Parteien zu Bundes- und Landtagswahlen vorgestellt. Der Kongress schloss mit einer Podiumsdiskussion
um 20 Uhr ab.
Folgende Medien wurden vom Veranstalter eingeladen:
Deutschlandradio Kultur zum Deutschen Gender Kongress
DIE WELT zum Deutschen Gender Kongress
Der Freitag zum Deutschen Gender Kongress