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Deutscher Gender Kongress ein voller Erfolg

 

Nürnberg, 13.05.2017. Der Deutsche Gender Kongress war ein voller Erfolg. Knapp 180 Gäste, darunter Vertreter aus der Politik, der Wissenschaft und den Verbänden, informierten sich am 13. Mai auf dem zweiten Kongress dieser Art über Geschlechterpolitik, Familienrecht, Gleichberechtigung und -defizite in der Meistersingerhalle Nürnberg. Organisiert wurde der Kongress von 15 überregional tätigen Vereinen unter Federführung des Väter-Netzwerk e.V.

 

Zum Auftakt wies Jörg Langanke vom Väter-Netzwerk e.V. auf die steigende Zahl von Trennungen und davon betroffenen Kindern hin. Er erklärte dazu „Wenn zwei Autos zusammen stoßen, kann es bei kleinen Blechschäden bleiben, die sich reparieren lassen. Stoßen sie aber frontal mit großer Wucht zusammen, sind oft beide ein Totalschaden. Im Familienrecht ist es ähnlich. Die Gesetze können kleinere Schäden beheben. Für die schweren Fälle aber ist Prävention nötig, damit nicht zwei völlig zerstörte Menschen mit traumatisierten Kindern zurückbleiben.“

 

Joachim Thiel von der CSU Bayern rief die Teilnehmer dazu auf, keine Fronten aufzubauen. Die Anforderungen an eine moderne Familienpolitik, die sich aus dem gesellschaftlichen Wandel ergäbe, sei nur gemeinsam und im Dialog zu bewältigen. Die Rechtsprechung würde teilweise mit den gesellschaftlichen Entwicklungen nicht Schritt halten. So sei das Kernanliegen richtig, eine höhere Schutzwürdigkeit der biologischen Elternschaft und auch das Wechselmodell offen zu diskutieren. Grundsätzlich müsse jede Veränderung von einem konstruktiven Hinwirken auf das Kindeswohl geleitet sein.

 

Für die FDP Bayern sprach Dr. Armin Behr. Er verwies in seinem Vortrag darauf, dass die FDP sich einer modernen Familienpolitik verpflichtet sieht. So sei beispielsweise die Paritätische Doppelresidenz als Ziel in das FDP Wahlprogramm aufgenommen worden.
Des Weiteren sprachen Vertreter von AfD und LINKE. Auffallend war das Fehlen der anderen zwei großen Parteien SPD und GRÜNE. Sind sie an der Gleichberechtigung von Frau und Mann nicht interessiert, sind denen die Sorgen der Bevölkerung egal?

 

Einer der Keynote Speaker des Kongresses war Prof. Dr. Werner Leitner, Vizepräsident der IB-Hochschule Berlin. Er stellte seine aktuelle Studie zum Thema Familienrechtsgutachten vor, wonach 80% der untersuchten Gutachten mängelbehaftet seien. Die verwendeten Methoden seien nach wissenschaftlichen Kriterien nicht oder nur teilweise geeignet, um aussagekräftige Ergebnisse zu liefern und aktuelle Forschungsergebnisse fänden zu wenig Berücksichtigung. Zudem fehle vielen Gutachtern von vornherein die erforderliche Qualifikation. Sein Fazit: Im Bereich Familienrechtsgutachten gibt es sehr häufig falsche Ergebnisse und es besteht erheblicher Handlungsbedarf.

 

Dr. Bruno Köhler vom MANNdat e.V. zeigte in seinem Vortrag zahlreiche Bereiche auf, in denen es an Gleichberechtigung mangele. Die Gleichstellungs- und Geschlechterpolitik sei ausschließlich dort aktiv, wo Nachteile für Frauen bestünden, z.B. Frauenquote, MINT-Programme u.ä. Dort jedoch, wo Männer diskriminiert werden wie u.a. in der Bildungs-, Familien- und Gleichstellungspolitik, dort würde Schweigen vorherrschen, ja sogar eine Diskussion dazu aktiv unterbunden.

 

André Roßnagel vom Väter-Netzwerk e.V. berichtete aus fünfjähriger Vereinsarbeit, wie er und die Mitglieder die Wirklichkeit im Familienrecht erleben. „Ich bin davon überzeugt, dass wir in Deutschland ein hervorragendes Grundgesetz haben. Jedoch mangelt es gerade im Familienrecht an der Gleichberechtigung der Eltern." So besäßen heute zwar die meisten Eltern das Sorgerecht, jedoch würden in 9,5 von 10 Fällen die Kinder der Mutter zugesprochen, anstatt beiden Eltern gleichermaßen die Betreuung zu ermöglichen wie beim Wechselmodell.

 

Sabine Rupp vom ISUV e.V., Arbeitskreis Kinderrechte zeigte auf, dass es viele Möglichkeiten gibt, die Interessen von Kindern in Trennungsfamilien in Zusammenarbeit mit der Schule, dem schulpsychologischen Dienst und dem Jugendamt zu vertreten. Sie forderte, dass getrennt lebende Elternteile sich hier noch stärker engagieren und vermehrt einbringen.

Im Rahmen von insgesamt 14 Workshops hatten die Teilnehmer im Anschluss die Gelegenheit, sich über spezielle Projekte und Themen rund um Gender und Familie zu informieren. Diese wurden rege genutzt, wobei es zu konstruktiven Diskussionen kam und viele neue Kontakte geknüpft werden konnten.

Der Kongress schloss ab mit der Ausstrahlung des Films „The Red Pill“, welcher die zunehmende Diskriminierung von Jungen, Männern und Vätern in den USA verdeutlicht. Ein Teil des Wahlerfolgs von Donald Trump wird darauf zurückgeführt. Möchte man in Europa ähnliches verhindern, muss die Regierung beiden Geschlechtern die gleichen Rechte zugestehen, also auch Männern. Zu diesem Zweck gründeten 12 überregional tätige Vereine im Anschluss an den Kongress den Dachverband „Bundesverband Jungen, Männer & Väter e.V. i.G.“ mit Sitz in Berlin. Zentrales Anliegen ist die Gleichberechtigung. Die beteiligten Vereine einigten sich als Ziel auf die kompromisslose Umsetzung des Artikels 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, zweitens die geschlechterpolitische Thematisierung und Beseitigung der Diskriminierung von Jungen, Männern und Vätern sowie drittens die Verurteilung und Beseitigung von Jungen-, Männer- und Väterfeindlichkeit, ebenso wie Frauenfeindlichkeit.

 

Zum Väter-Netzwerk e.V.

Das Väter-Netzwerk e.V. ist ein gemeinnütziger Verein von Vätern mit dem Ziel, die Rolle von Vätern im Leben ihrer Kinder zu stärken. Das betrifft Väter in Paarbeziehungen sowie insbesondere nach einer Trennung bzw. Scheidung. Gerade dann ist es oftmals schwer für Väter, die Beziehung zu ihren Kindern aufrecht zu erhalten.
Das Väter-Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, betroffene Väter darin zu unterstützen, diese schwierige Lebenssituation zu meistern und Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Zusätzlich werden entsprechende Forschungsprojekte begleitet und aktiv daran mitgearbeitet, deren Ergebnisse in Politik und Gesellschaft zu tragen. Angestrebt werden gesetzliche Rahmenbedingungen, die Gleichberechtigung und eine aktive Vaterschaft auch nach der Trennung ermöglichen.

Weitere Informationen zum Väter-Netzwerk e.V. unter www.vaeter-netzwerk.de

 

Pressekontakt Deutscher Gender Kongress
Väter-Netzwerk e.V.
André Roßnagel
Ansbacher Str. 106
90449 Nürnberg

andre.rossnagel@vaeter-netzwerk.de

www.vaeter-netzwerk.de

www.genderkongress.org



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Wahlprüfsteine an die Parteien zur Bundestagswahl 2017
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Folgende Medien wurden vom Veranstalter eingeladen:


Deutschlandradio Kultur zum Deutschen Gender Kongress

DIE WELT zum Deutschen Gender Kongress

Der Freitag zum Deutschen Gender Kongress


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Pressemitteilung zum Deutschen Gender Kongress 2015
2015_PM_Genderkongress Nürnberg 28.11.20
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Pressemitteilung vor dem Deutschen Gender Kongress
Presseeinladung_Genderkongress_Nuernberg
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